Schülerpraktikum 29.06.-10.07.2015


von Julia Faller, Jan Kraemer und Leon Köhler

© alle Fotos 2015.


Bei der Berliner Morgenpost

Als wir die 9. Etage des Hochhauses betraten, war das Erste, was uns in der Redaktion der Berliner Morgenpost auffiel, die angenehme und entspannte Atmosphäre. Als man aus dem Fenster sah, konnte man weit über die Dächer von Berlin blicken. Rechts von uns das Bikini-Berlin und geradezu die Gedächtniskirche in ihrer ganzen Pracht. Nichts wirkte gehetzt, was wahrscheinlich an der relativ frühen Uhrzeit lag. Später, kurz vor Fernredaktionsschluss für Ausländische Ausgaben um 20 Uhr, ist mehr zu tun und es herrscht bestimmt eine gewisse Hektik. Um 24 Uhr ist der Redaktionsschluss für die Lokale Zeitung.

Andrea Huber, die leitende Readakteurin, führte uns durch das Großraumbüro, in dem man viele Journalisten aus verschiedenen Ressorts arbeiten sah. Manche hatten auch Kopfhörer auf, da die Lautstärke in einem Großraumbüro nicht für jeden etwas ist. Gegen 11 Uhr durften wir der täglichen Gesamtkonferenz beiwohnen, in der die Blattkritik der letzten Ausgabe geäußert wurde. Blattkritik bedeutet, dass einer der Anwesenden die letzte Ausgabe bewertet und Verbesserungsvorschläge abgibt. Besprochen wurde auch der Inhalt der nächsten Ausgabe und die erste Seite hatte besondere Priorität dabei, da sie einladend wirken muss, um das Interesse der Leser zu wecken. Dabei spielt es eine wichtige Rolle die richtigen Themen anzusprechen.

Nach der Konferenz beantwortete Frau Huber all unsere Fragen zu dem Angebot von Themengebieten und dem Konkurrenzkampf und wies uns noch auf die medienabhängigen Möglichkeiten, die Berliner Morgenpost zu lesen, hin.

von Julia Faller, Jan Kraemer und Leon Köhler


Besuch beim Tagesspiegel

Als wir aus der S-Bahn stiegen und die Treppen hochgingen, sah man sogleich den mit Luftballons geschmückten Eingang des Tagesspiegels. Im Gegensatz zu dem Gebäude, in dem die Morgenpost sitzt, sah das Gebäude vor dem wir nun standen nicht so modern aus. Die Jalousien waren etwas vergilbt aber das Haus an sich war gepflegt.

Als wir um kurz vor drei Uhr das Gebäude betraten gingen wir an die Rezeption um nach unserem Termin mit Susanna Nieder zu fragen. Unglücklicherweise fand der Mann an der Rezeption sie nicht in ihrem System auf dem Computer. Nach ein paar Telefonaten hat man sie dann ausfindig machen können und wir wurden von ihr abgeholt.

Anders als bei der Morgenpost waren die Arbeitszeiten anders, das ist auch ein Grund, wieso die Morgenpost immer etwas aktueller ist als der Tagesspiegel. Die Arbeitszeiten bei der Morgenpost sind von 06:30 bis 24:00, während die beim Tagesspiegel von ungefähr 08:00 bis allerspätestens 22:30 sind.
Bei der Morgenpost wurden wir durch ein Großraumbüro geführt, in dem alle Ressorts vertreten waren und in dem auch die tägliche Gesamtversammlung in einer einladend aussehenden Sitzecke abgehalten wurde. Beim Tagesspiegel gab es dafür extra einen Besprechungsraum und jedes Ressort hatte seine eigene Abteilung mit separaten Büros. Der einzige große Raum, den sie hatten, war der „Newsraum“ in dem die Onlineredaktion sitzt.

Susanna hat uns in den einzelnen Etagen herumgeführt und man hat dabei gesehen, wie anders diese zwei Zeitungen arbeiten. Bei der Morgenpost werden zum Schluss alle Seiten vom Chefredakteur zusammengesetzt und fertiggestellt, bei dem Tagesspiegel haben sie ein komplett anderes System. In den einzelnen Ressorts wie zum Beispiel Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Mode und Promis werden die Seiten innerhalb des Ressorts fertiggestellt und dann nur noch zum Zusammensetzen zum Chefredakteur geschickt.

Nachdem Susanna mit ihrem Rundgang fertig war, saßen wir im Innenhof und haben uns mit Simon Grothe unterhalten, der die Redaktion des „Schreiberlings“ führt und für den Jugendblog zuständig ist. Er berichtete von einem 100seitigen Buch, das sie versuchen wollen an den Markt zu bringen. In dem Buch geht es um ungewöhnliche Sachen, wie zum Beispiel jemand, der eine Box gebaut hat, die Bier herstellen kann, oder einfach nur Filmkritiken. Das Erscheinungsdatum steht noch nicht fest und es ist leider auch noch nicht klar, ob es überhaupt ein zweites Mal so ein Heft geben wird. Er wies uns unter anderem auch noch in den Jugendblog ein, was für Autoren es sind und wann er aktualisiert wird. Später soll noch eine Versammlung aller Blogger stattfinden, allerdings haben leider sehr viele abgesagt, weil es so warm war und nicht so viele Lust haben.
Nachdem wir uns noch jeder ein Buch ausgesucht hatten, über das wir eine Rezension für den Jugendblog schreiben sollen, sind wir dann nach Hause gefahren.

Es war sehr informativ und spannend zu sehen, wie zwei Zeitungen so unterschiedlich sein können. Meiner Meinung nach ist die Morgenpost eher eine lokale Zeitung, während der Tagesspiegel sich um Geschehnisse aus der ganzen Welt kümmert. Simon sowie Susanna waren sehr nett und haben uns alle Fragen beantwortet, die wir hatten.

von Julia Faller


Der Jugendblog des Tagesspiegel

Der Jugendblog an sich bietet eine gute Bandbreite an Themen, die schnell und einfach zu erreichen sind. Die Website wäre sehr übersichtlich würde die Werbung nicht so ablenken. So musste ich oft genauer hinschauen, um die Grenze zu erkennen.

Vorschlagen würde ich daher, die Grenze zwischen Werbung und dem eigentlichen Inhalt weitaus deutlicher zu gestalten. Beim Inhalt wäre es sicherlich nicht verkehrt, wichtige kommende Events zu erwähnen und die Artikel auch bereits im Voraus anzukündigen. So könnte man Interessenten auch für die Zukunft binden, da diese sich auf kommendes freuen können.

Bei den Kurzbeschreibungen zu den Artikeln sind die Bilder, finde ich, nicht passend genug, um dem Leser das Thema darzustellen und die Artikel könnten durchaus länger sein. Einige der Artikel haben mich gefesselt und ich hätte gerne weiter gelesen wenn da noch was gewesen, doch schließlich ist mir aufgefallen, dass da ja noch etwas ist, allerdings viel zu klein, sodass es mir erst später aufgefallen ist. Hier würde ich empfehlen die Schrift zu vergrößern und es deutlicher zu platzieren, dass jeder erkennt, dass es sich um Folgeartikel handelt.

Außerdem denke ich, dass man auch den Jugendblog vergrößern und in Kategorien wie Medien, Ausland, Sport usw. unterteilen kann. Die Interessen liegen nämlich bei jedem woanders und so wäre es deutlich einfacher die für einen selbst interessanten Artikel zu finden. Die Qualität der Artikel war immer auf einem höheren Niveau, sie waren informativ und boten auch Unterhaltung.

Oft wird ein recht freizügiger Schreibstil benutzt und ich finde der Jugendblog bietet einige sehr interessante Artikel, die mich beim Lesen gefesselt haben und ich freue mich auf weitere Artikel. Die Übersicht könnte meiner Meinung nach aber besser sein und der Jugendblog größer. Ich denke, der Jugendblog hat viel Potential und er sollte auch auf der Startseite beworben werden, da ihm sonst viel zu wenig Aufmerksamkeit zukommt und es so einfacher ist, ihn zu finden.

von Leon Köhler


Besuch bei der Ueberreuter Verlagsgruppe

Gestern, am 08.07.2015, haben wir, im Rahmen unseres Praktikums bei Literaturinitiative Berlin die Ueberreuter Verlagsgruppe im Aufbauhaus besucht. Zu der Ueberreuter Verlagsgruppe gehören die Verlage Ueberreuter und Annette Betz.

Das Aufbauhaus befindet sich in Berlin am Moritzplatz in der Prinzenstraße 85. In dem Aufbauhaus sitzen auch viele andere Verlage wie z. B. der Aufbau Verlag. Dort wurden wir freundlich von den Vertretern der einzelnen Bereiche eines Verlages empfangen. Diese Bereiche lauten: Lektorat, Presse, Werbung, Vertrieb, Lizenzhandel.

Diese Vertreter gaben uns einen ausführlichen Einblick in die Arbeit eines Verlages: Das Lektorat prüft die Texte und gibt den Autoren Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge zu den Texten. Die Bereiche Presse und Werbung arbeiten eng zusammen und sind im wesentlichen für die Öffenlichkeitsarbeit zuständig, interessant fanden wir, dass die Presseabteilung nur ein Bruchteil des Budgets benötigt, welches die Werbeabteilung benötigt. Zudem erfuhren wir, dass eine Buchrezension in einer der großen deutschen Zeitungen, wie z. B der Süddeutschen Zeitung, den Verkauf dieses Buches um bis zu 1000 Exemplare erhöht.

Als letztes wurde uns, der, für uns bis dahin unbekannte, Bereich des Lizenzhandels vorgestellt bzw. erklärt. Hierbei geht es um die Rechte einer anderen Vermarktung des gleichen Buches in anderer Form. Eine dieser Formen ist z. B ein Hörbuch oder ein Film zu einem Buch. Hierbei werden die Rechte eines Buches an einen anderen Verlag verkauft, welcher dann z. B. ein Hörbuch daraus machen kann. Ähnlich geschieht dies auch bei Übersetzungen. Am Ende haben wir noch erfahren, dass es bis zu 5 Jahre dauern kann bis ein Buch, nach der ersten Idee des Autors, veröffentlicht wird. Die kürzeste Zeitspanne soll ein dreiviertel Jahr sein. So eine Veröffentlichung ist aber mit nahezu permanentem Stress für alle Involvierten verbunden.

Nach dieser interessanten Einführung konnten wir uns noch in den Büroräumen umsehen und uns ein Buch aus dem sogenannten "Mitnahme-Regal" mitnehmen.

Wir fanden den Ausflug sehr interessant und lehrreich, da wir davor nie die Möglichkeit hatten, einen Verlag zu besuchen und so viel über die einzelnen Bereiche zu erfahren. Besonders interessant finde ich den Kontrast eines Verlages zu einer Zeitung. Eine Zeitung muss jeden Tag etwas veröffentlichen, während es beim Verlag bis zu 5 Jahre dauern kann, ein um Buch zu veröffentlichen.

von Jan Kraemer