Um 180 Grad

Autor: Julia C. Werner
Verlag: Urachhaus

Von: Emma, 10. Klasse

Der Protagonist Lennard wird dabei erwischt, wie er die Wände eines Altersheims ansprüht. Um die Geldstrafe abzubezahlen, schicken ihn seine Eltern als Lesepate genau in dieses Heim. Darauf hat Lennard natürlich keine Lust, aber er liest trotzdem Frau Silberstein aus seinem Lieblingsbuch Tschick vor. Er lernt auch Lea in dem Heim kennen, in die er sich prompt verliebt. Und schon geht Lennard freiwillig zum Vorlesen. Aber nicht nur wegen Lea, sondern auch weil Frau Silbersteins Vergangenheit mit dem Holocaust ihn nicht mehr loslässt.

Die Autorin schafft es beide Elemente, also Liebe und Geschichte, sehr gut zu kombinieren. Man wird nicht nur in Lennards Leben, sondern auch in Frau Silbersteins Leben mitgenommen, was diese Geschichte so besonders macht. Lennard ist ein liebenswerter und authentischer Teenager, in den man sich gut hinein versetzen kann. Aber nicht nur Lennard ist ein toller Charakter. Frau Silberstein ist humorvoll und sehr real. Durch so einen tollen Charakter wird einem erst bewusst, wie wichtig Zeitzeugen für die Gesellschaft sind. Dem Leser wird keine Geschichtsstunde aufgedrückt, aber das Buch ist trotzdem zugänglich und sehr interessant für Jugendliche geschrieben.
Es ist ein guter Einstieg in das schreckliche Thema des Holocausts und ist auch für etwas jüngere Jugendliche geeignet, da die Autorin das harte Thema sehr simpel und flüssig aufgreift, aber die Leser_innen nie schockiert. Ich würde allen Jugendlichen dieses Buch empfehlen, da es einen guten Beitrag leistet, um sich an die Vergangenheit zu erinnern.

Kursschülerin am Willi-Graf-Gymnasium

ISBN: 978-3-8251-5237-6, 2020, 18 Euro, 304 Seiten.